Der amerikanische Ausnahme-Pianist Kit Armstrong ist erst 16 Jahre alt und eines der seltsamsten Talente der klassischen Musik (DIE ZEIT, 26.02.2009 Nr. 10) http://www.zeit.de/2009/10/Kit-Armstrong

 

Seine Mutter ist eine aus Taiwan stammende Investmentbankerin. Seinen Vater, einen Amerikaner, lernte er nie kennen. Mit neun Monaten begann er zu sprechen, wenig später zu zählen und zu rechnen. Mit fünf Jahren begann er Klavier zu spielen und zu komponieren, mit acht Jahren gab er sein Konzertdebut. Im Alter von neun Jahren begann er Musik und Wissenschaften an der Chapman University zu studieren. 2004 studierte er bei Claude Frank undEleonor Sokoloff amCurtis Institute of Music. Er schloss sein Musikstudium an der Royal Academy of Music und ein Mathematikstudium am Imperial College London ab. Außerdem erhielt er Klavierunterricht vonAlfred Brendel, der Armstrong als „größte musikalische Begabung, der ich in meinem ganzen Leben begegnet bin“ bezeichnete. Inzwischen hat er eine Vielzahl von Solo-Konzerten und Auftritten als Pianist mit Orchester vorzuweisen, darunter Auftritte in derCarnegie Hall.

Das Repertoire des jungen Künstlers besteht aus Werken von Bach, Bartók, Beethoven, Brahms, Chopin, Debussy, Haydn, Liszt, Mozart, Mendelssohn, Ravel, Schumann. Darunter befinden sich das gesamte Wohltemerierte Klavier Band 1 von Johann Sebastian Bach, sämtliche Sonaten von Wolfgang Amadeus Mozart und einige Beethoven-Sonaten.

Armstrongs Kompositionswerk besteht aus verschiedenen Gattungen. Darunter befinden sich Klaviersonaten, Werke für Violine und andere Instrumente sowie eine Sinfonie mit dem Titel Celebration, die vom Pacific Symphony Orchestra uraufgeführt wurde. Er möchte dieses Werk heute nicht mehr aufgeführt sehen, weil es die Möglichkeiten eines Orchesters nicht ausreize.

 

Diana Damrau wurde in Günzburg an der Donau (Deutschland) geboren und erhielt ihre Gesangsausbildung bei Carmen Hanganu an der Musikhochschule Würzburg und bei Hanna Ludwig in Salzburg.

Nach ersten Festengagements an den Opernhäusern von Würzburg, Mannheim und Frankfurt startete sie im Jahre 2002 ihre freiberufliche internationale Karriere. Sie gastierte an den großen deutschen Opernhäusern von München, Berlin, Dresden, Hamburg und trat bald auch in Wien, Brüssel, Washington, London, Mailand, New York und Madrid sowie seit 2001 bei den Salzburger Festspielen auf. Renommierte Dirigenten wie Riccardo Muti, Zubin Mehta, Lorin Maazel, Sir Colin Davis, Christoph von Dohnanyi, Nikolaus Harnoncourt, Pierre Boulez, Adam Fischer, Ivor Bolton und Peter Schneider begleiten ihren Weg auf der Opernbühne und dem Konzertpodium.

Diana Damraus Repertoire ist sehr weit gefächert und reicht vom italienischen und französischen Fach (Gilda, Norina, Adina, Rosina; Leila, Lakmé, Ophélie) über hohe lyrische Partien des deutschen Repertoires bis zu zeitgenössischen Kompositionen (Die kleine Frau in der Uraufführung von Cerhas „Der Riese vom Steinfeld“ an der Wiener Staatsoper, „Hérodiade-Fragmente“ von Pintscher, „1984″ von Maazel/ Uraufführung 2005 am Royal Opera House Covent Garden London). Im Dezember 2004 interpretierte sie in Salieris „L’Europa riconosciuta“ anläßlich der Wiedereröffnung der Scala di Milano unter Riccardo Muti die Titelpartie. Im Oktober 2007 kehrte sie für einen Liederabend mit Werken u. a. von Salieri, Verdi und Strauss an das renommierte Haus zurück.

Als gefragte Mozart- und Strauss-Sängerin ist sie als Konstanze (Frankfurt, München, Wien), Königin der Nacht (München, London, Salzburger Festspiele), Susanna (Scala di Milano, Wien, München, Salzburger Festspiele), Zdenka (München), Sophie (Dresden, München), Zerbinetta (Dresden, Wien, London, Madrid, Met New York) und Aithra in „Die ägyptische Helena“ (Met New York) zu erleben. Neben der Oper nehmen Liederabende einen großen Raum im Schaffen der Sängerin ein. Sie ist regelmäßiger Gast beim Kissinger Sommer und bei der Schubertiade Schwarzenberg sowie bei den Münchner und Salzburger Festspielen.

In Salzburg sang sie bereits im Jahre 2002 die Königin der Nacht, 2003 die Blonde in der „Entführung“ und ein Jahr später in dieser Produktion auch die Konstanze. In einer Neuinszenierung der „Zauberflöte“ im Mozart-Jahr 2006 war sie in Salzburg erneut die Königin der Nacht und übernahm dort im Sommer 2007 die Susanna im „Figaro“, die sie bereis an der Wiener und Bayerischen Staatsoper sowie an der Scala di Milano gestaltet hat.

An der New Yorker Metropolitan Opera gab sie in der Saison 2006/07 ihre Rollendebüts als Rosina/“Il barbiere di Siviglia“ und Aithra/“Die ägyptische Helena“ in zwei Neuproduktionen. Im November 2007 sang sie dort mit spektakulärem Erfolg in einer „Zauberflöten“-Serie erstmals die Pamina und letztmalig auch die Königin der Nacht.

Nach mehreren Einspielungen bei telos music vocal und Orfeo mit deutschem Liedrepertoire hat die Künstlerin kürzlich bei Virgin/EMI einen Exklusivvertrag unterzeichnet, in dessen Rahmen sie als erste CD Arien von Mozart, Salieri und Righini aufgenommen hat, die im November 2007 unter dem Titel „Arie di bravura“ erschien.

http://www.diana-damrau.com/

 

Gedda als Anatol in Barbers Vanessa

Gedda als Anatol in Barber's Vanessa

Von 1928 bis 1936 lebte Geddas Familie in Leipzig, wo seine musikalische Ausbildung begann. 1936 erfolgte die Rückkehr nach Stockholm, wo Gedda am Konservatorium studierte und 1952 als Chapelou in Adolphe Adams Le Postillon de Longjumeaudebütierte. Gedda wurde sehr rasch zu einem der gefragtesten Mozart- und Oratorieninterpreten des 20ten Jahrhunderts und gab zu Beginn des 21. Jh. noch große Recitals unter anderem in der Hamburgischen und in derWiener Staatsoper. Als Liedinterpret trat Gedda unter anderem gemeinsam mit dem Pianisten Sebastian Peschko auf.

Nicolai Gedda war zweifellos der sprachgewandteste aller berühmten Tenöre des 20. Jahrhunderts: Er beherrscht akzentfrei sowohl Schwedisch, Russisch und Deutsch als auch Italienisch, Französisch und Englisch. Sein Repertoire war dementsprechend riesig (etwa 50 verschiedene Opernpartien) und sein diskographischer Nachlass quantitativ dem der meisten seiner Kollegen weit überlegen.

Dank seiner hellen, sehr flexiblen Stimme, die bis ins reife Alter einen jugendlichen Schmelz behielt, galt Gedda als die Idealbesetzung für Rollen wie Tamino oder Belomonte, den Herzog von Mantua oder Dimitir. Besonders erfolgreich war Gedda auch im französischen Fach. Er tat sich ebenfalls als Oratorien- Messen- oder Kantateninterpret hervor, unter anderem in der Matthäuspassion oder in Edward Elgars The Dream of Gerontius. Als Wagnerinterpret erhielt er mit seiner Interpretation des Lohengrin an der Königlichen Hofoper Stockholm große Anerkennung. Daraufhin wurde Nicolai Gedda als Lohengrin bei den Bayreuther Festspielen angekündigt. Kurzfristig sagte er aber die Auftritte aus Sorge vor einer Überbeanspruchung seiner Stimme ab.

 

 

 

 

Lipatti wurde in eine gut situierte Bukarester Musikerfamilie hineingeboren, sein Taufpate war der rumänische Komponist, Geiger und Pianist George Enescu. Mit 16 Jahren nahm Lipatti am Internationalen Klavierwettbewerb in Wien teil. Als ihm die Jury nur den zweiten Preis zugestand, verließ der Pianist Alfred Cortot, der wenig später auch sein Lehrer wurde, unter Protest das Jurorengremium. 1934 ging Dinu Lipatti an die Ecole Normal de Musique in Paris, wo er bei Paul Dukas, Nadia Boulanger und Igor Strawinsky Komposition, bei Alfred Cortot und Yvonne Lefébure Klavier und bei Charles Münch Orchesterdirigieren studierte. Er nahm auch Unterricht bei Artur Schnabel. Seine ersten Schallplattenaufnahmen, zusammen mit Nadia Boulanger, stammen aus dem Jahr 1937. Nach einer Tournee durch Skandinavien 1943 liess er sich in der neutralen Schweiz nieder. Ab 1944 war er am Genfer Konservatorium Professor für die Klavier-Meisterklasse. Über den Pianisten Edwin Fischer kam der Kontakt mit Walter Legge zustande, der Lipatti für Klassikaufnahmen unter Vertrag nahm. Die ersten Einspielungen für EMI fanden 1947 in London statt. In der Royal Albert Hall spielte Lipatti das Klavierkonzert von Robert Schumann unter dem Dirigenten Herbert von Karajan.

Lipatti stand noch am Beginn einer bedeutenden Karriere, als er mit 33 Jahren, an der Hodgkinschen Krankheit, die 1947 bei ihm diagnostiziert wurde, starb. Viele Menschen verbinden mit seinem Namen heute fast nur noch ein Konzert: Lipattis letzten Auftritt im September 1950 in Besançon, in welchem der Pianist, durch seine Krankheit geschwächt, die Darbietung der Walzer von Frédéric Chopin abbrechen musste und sich mit der Klavierbearbeitung des Bach-Chorals „Jesu bleibet meine Freude“ von seinem Publikum verabschiedete.

Seine wenigen, aber durchweg höchstrangigen Schallplattenaufnahmen (darunter eine legendäre Aufnahme der Walzer Chopins) bescherten ihm einen bleibenden Nachruhm und sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder neu veröffentlicht worden („Unvergänglich, unvergessen“, EMI).

 

Im Alter von 17 Jahren, mit lisztischem langem Haar

Im Alter von 17 Jahren, mit lisztischem langem Haar

„Ervin Nyiregyházi spielte maskiert und schlief in der U-Bahn: das sagenhafte Leben eines vergessenen Klaviervirtuosen“ (DIE ZEIT, 08.11.2007 Nr. 46)

 

Einer der größten und eigenwilligsten Pianisten des 20. Jahrhunderts ist heute fast völlig vergessen. Dabei galt Ervin Nyíregyházi als „zweiter Liszt“, und seine Anfänge als „Wunderkind“ hatten immer wieder Vergleiche mit Mozart hervorgerufen. Mit acht Jahren spielte er im Buckingham Palace, mit 12 Jahren gab er ein Konzert mit den Berliner Philharmonikern, und mit 17 hatte er sein sensationelles Debüt in New York. 
1928 siedelte Nyíregyházi nach Los Angeles um, wo er mit vielen Hollywood-Größen befreundet war. Privat war er ein „fortissimo bastard“, und entsprechend exzentrisch war sein Leben: Er begann heftig zu trinken, lebte wie ein Obdachloser und heiratete insgesamt zehn Mal. In den 70er Jahren erfuhr seine Karriere eine sensationelle, aber kurze Wiederbelebung, bevor er 1987 starb.